Erziehung zu verantwortungs-
bewusstem Denken und Handeln
Unterrichtstörungen sind seit je her Thema an Schulen, wobei Ursachen und Ausmaß deutlich differieren können und dies quer durch alle Schulformen. Die Trainingsraum-Methode, die an unserer Schule seit einigen Jahren erfolgreich durchgeführt wird, greift schon sehr früh bereits bei kleinen Störungen, um dabei zu einer stärkeren Bewusstmachung über die Störung zu verhelfen. Was also zunächst nach einer neuen Räumlichkeit zur körperlichen Ertüchtigung klingt, ist tatsächlich "ein Verfahren für stressfreieres Unterrichten und für eine Erziehung der Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsbewusstem Denken und Handeln. Dabei geben klare Regeln und klare Konsequenzen allen Beteiligten für den Umgang miteinander Halt und Orientierung. Der Erziehungsauftrag der Schule wird auf besondere Weise in den Mittelpunkt gerückt." (Quelle: H. Bründel, Die Trainingsraum-Methode, 2003).
Die drei Leitgedanken
Die Methode „Trainingsraum für eigenverantwortliches Denken und Handeln" wird von drei Leitgedanken getragen:
Ziele des Programms
Errreicht werden soll, die lernbereiten Schüler zu schützen und ihnen ungestörtes Lernen zu ermöglichen. Gleichzeitig soll den Störern Hilfe angeboten werden, ihr negatives Verhalten zu überdenken und ihre Einstellungen positiv und dauerhaft zu verändern. Daraus ergeben sich als positive Effekte:
Die Methode
Die Trainingsraum-Methode ist ein stark ritualisiertes Verfahren, bei dem Schüler, die stören, sofort aufgefordert werden, sich dazu kurz zu äußern, um dann im ersten Schritt selbst zu entscheiden, ob sie dem Unterricht weiter folgen oder in den Trainingsraum gehen möchten, wo dann ihr Verhalten besprochen und Alternativen entwickelt werden. Nach einer weiteren Störung gehen die Schüler sofort in den Trainingsraum. Das ganze Procedere, das natürlich auch für massivere Störungen Regelungen enthält, muss vom gesamten Kollegium getragen werden und kann nur so erfolgreich zum Ziel führen.
Bisheriges Fazit
Der Trainingsraum ist zu einem festen Bestandteil unseres Schullebens geworden und hat erheblich zur Reduktion von Störungen beigetragen. Die Akzeptanz in der Schülerschaft ist erfreulich groß, möglicherweise, da diese Methode im Unterschied zu den üblichen Sanktionen die Schüler sich ihrer Eigenverantwortung für ihr Handeln in besonderer Weise bewusst werden und in den ersten Phasen des Rituals auch Entscheidungsfreiheit offen lässt und damit Wertschätzung gibt.
Und so fing alles an..
Ein Teil des Lehrerkollegiums hat sich nach gründlicher Einarbeitung unter der Leitung unserer Schulsozialpädagogin für die aktive Teilnahme an der Trainingsraum-Methode zur Reduzierung von Unterrichtsstörungen entschieden. Es folgten, nachdem das gesamte Kollegium sich einhellig für die Einführung des Trainingsraums entschieden hatte, anschließend externe und interne Fortbildungen zur Theorie und vor allem Praxis der Methode. Teil der Fortbildungen war unter anderem ein äußerst informativer Workshop mit der Begründerin der in den USA von Bildungsexperten entwickelten Trainingsraum-Methode in Deutschland, der Psychologin und Bildungsexpertin Heidrun Bründel (INFOS unter www.trainingsraum-methode.de)