General Anzeiger Bonn - 31.12.2009
Von Frank Engel-Strebel
BORNHEIM-WALBERBERG. Einschusslöcher in den Hauswänden, zerstörte Gebäude, traumatisierte Bewohner - knapp 15 Jahre nach dem Ende des Bosnienkrieges mit der Unterzeichnung des Dayton-Vertrages sind die Auswirkungen und Spätfolgen des Bürgerkrieges noch immer deutlich sichtbar. Davon machten sich mehrere Jugendliche aus Bornheim ein Bild, die für acht Tage in die bosnische Stadt Kozarska Dubica reisten.
Der Aufenthalt war Teil einer Begegnung mit Jugendlichen aus Bosnien und Herzegowina und Deutschland, organisiert von der Jugendakademie Walberberg. Jetzt erhielt die eindrucksvolle Projektarbeit in Berlin eine mit 2 000 Euro dotierte Auszeichnung von der Initiative „Europeans for Peace", ein Programm der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) zur Förderung internationaler Jugendprojekte zwischen Deutschland, Mittel-, Ost- und Südosteuropa Die Stiftung
wurde 2005 zum 60. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges initiiert. Seitdem förderte „Europeans for Peace" über 330 Projekte in 25 Ländern mit 4,25 Millionen Euro. 2009 beschäftigten sich 71
internationale Jugendprojekte mit dem Thema „Herkunft und Vielfalt" und den Fragen „Woher kommen wir? Wohin gehen wir?". Sechs Projekte erhielten die begehrte Auszeichnung verbunden mit einer Urkunde und einer Trophäe. Überreicht wurden die Preise vom Stiftungsvorsitzenden Günter Saathoff im „Collegium Hungaricum Berlin".
Beim Walberberger Projekt hatten sich die Franziskus-Hauptschule Merten und die Reuschenberg-Hauptschule Eisdorf beteiligt. Die Partnerschule in Kozarska Dubica befindet sich im serbischen Teil von Bosnien und Herzegowina. „Für uns stand das Thema Integration im Mittelpunkt. Die ethnischen Konflikte zwischen den Volks- und Religionsgruppen sind nach wie vor spürbar", sagte Reinhard Griep, Leiter der Jugendakademie. Bevor sich die Jugendlichen aber mit den Problemen Bosniens beschäftigten, recherchierten sie erst einmal in ihrer Schule, wie viele Mitschüler einen Migrationshintergrund haben. „Vielen war gar nicht bewusst, wie viele Schüler dies sind", so Griep.
Bei ihrem Aufenthalt in Kozarska Dubica arbeitete die Gruppe dann das Erlebte künstlerisch auf. Es entstanden Filme, Fotoarbeiten und Stellwände mif Textmaterial. Die Mädchen und Jungen führten Interviews mit muslimischen Rückkehrern, erlebten, wie viel Armut unter der Bevölkerung herrscht. Die daraus entstandene Ausstellung wurde bereits mehrfach gezeigt, etwa im Kreishaus in Siegburg und im Bornheimer Rathaus. Außerdem wurde die Ausstellung ins Bosnische übersetzt und soll laut Griep in Bosnien und Herzegowina auch gezeigt werden.
General Anzeiger Bonn - 13.05.2009
Von Frank Engel-Strebel
BORNHEIM-MERTEN. Die Schilderungen über die heimatlosen Kinder in der Missionsstation der Schwestern der Salvatorianerinnen im südbrasilianischen Camp Alegre war für die Klasse 7 b der Mertener Franziskus-Hauptschule unvorstellbar. So schrieb ein kleines Mädchen aus dem Amazonasstaat, es habe noch nie einen Teddybär in Händen gehalten. Das wird sich ändern. Jetzt packten die Schüler Pakete für die brasilianischen Kinder.
"Dank der Erzählungen habe ich Lust bekommen zu helfen", erklärte der 14-jährige Christian Zimmermann, der seine ausgedienten Actionfiguren einpackte. Klassenlehrerin Bernadette Lang kennt die Situation der Kinder, oft Waisen oder aus ärmsten Verhältnissen stammend, vor Ort aus eigener Anschauung.
1998 lernte sie die Ordensschwestern kennen, die sich um die Not leidenden Kinder kümmerten. Fortan wollte die Deutschlehrerin helfen und organisierte das mit ihren Schülern. Zum ersten Mal verschickte sie 2005 Pakete nach Camp Alegre.
Die Schüler durchforsteten zu Hanse ihre Keller und Dachböden nach Kleidung, Plüschtieren und Spielsachen und verpackten alles nach dem Schulunterricht. Drei gut gefüllte Pakete kamen zusammen. „Wir legen Wert drauf," betonte Bernadette Lang, „dass die Sachen in Ordnung sind."
Größtes Problem sind die hohen Portokosten. 80 Euro kostet ein 20-Kilo-Paket nach Südamerika. „Ein stolzer Preis", gibt die Pädagogin zu, „für Pakete, die etwa drei Wochen unterwegs sein werden." Die spendenfreudigen Schüler hoffen jetzt auf die Kooperation des Transportunternehmens und schrieben die Konzernzentrale mit der Bitte an, einen Teil der Portokosten zu übernehmen. Derzeit finanzieren die Kinder und deren Eltern die Kosten aus eigener Tasche vor, ein Teil des Geldes stammt aus dem Erlös diverser Wohltätigkeitsaktionen, die die Schüler, gemeinsam mit den Pädagogen in den vergangenen Monaten organisiert hatten. esf
Schaufenster - 22.04.2009
Von Frank Engel-Strebel
Bornheim (FES). Eindrucksvoll. Rund 300 Jungen und Mädchen aus der Mertener Franziskushauptschule und der Bornheimer Wallrafschule bastelten mehrere Tage eine Giraffe in Lebensgröße (4,50 Meter) aus Pappmache, die nun vor dem Evangelischen Jugendzentrum Cafe Carlson an der Königstraße aufgestellt ist und den Kindern (und Eltern) ab sofort den Weg weist zur Bornheimer Malschule, die in den Räumen der Einrichtung untergebracht ist.
Die Anregung kam von Alessia Krause, Leiterin der Malschule. Wie kam es zu der ausgefallenen Idee? Getreu dem Leitsatz "Träume nicht dein Leben, lebe deine Träume" realisierte Alessia Krause eine ihrer Fantasien: "Ich hatte den Traum, diese Giraffe zu schaffen und wollte ihn realisieren." Auch der Einfall mit der Malschule, die sie im letzten Herbst eröffnete, kam ihr im Traum. Und Krause träumt weiter: die wetterbeständige Kunstgiraffe soll noch viele Babys bekommen. Wann genau diese das Licht der Welt erblicken werden, steht, um beim Traumbild zu bleiben, derzeit noch in den Sternen.
Dann hat die Künstlerin noch eine Vision: die Giraffenbabys sollten den Kreisel am Hellenkreuz zieren. Bürgermeister Wolfgang Henseler, der bei der Präsentation dabei war, nahm Wunsch schon mal zur Kenntnis.
General Anzeiger Bonn - 18.03.2009
Von Frank Engel-Strebel
BORNHEIM-MERTEN.
„Alle Schülerinnen und Schüler haben sich mit sehr großem Eifer auf diesen klangvollen Abend vorbereitet", begrüßte Henriette Heitmann, Leiterin der Franziskus-Hauptschule, die Gäste, die zum Konzert in den „Franziskussalon" kamen. Und Heitmann wusste auch: Die jungen Künstler haben großes Lampenfieber.
Ein rund einstündiges Programm stellten die Schüler der Mertener Hauptschule auf die Beine und boten ein buntes Potpourri an musikalischen Stilen [mehr lesen >>]
General Anzeiger Bonn - 10.03.2009
Von Bernhard Berger
BORNHEIM-MERTEN. Alles, nur nicht Hauptschule für das Kind. Das Abstellgleis für Dummköpfe, Straßenfeger am Ende des langen Reigens unterschiedlicher Schulsysteme, die Höchststrafe für faule Grundschüler. Henriette Heitmann (58) kennt sie alle, die Vorurteile über die Hauptschule. Schließlich leitet sie selbst eine: die Mertener Franziskusschule. Doch abfinden will sie sich nicht mit dem schlechten Ruf dieser Schulform. Sie will ihn verbessern. „Schließlich müssen wir uns hier in Merten nicht verstecken. Die Chancen unserer Schüler, nach dem Abschluss eine Lehrstelle öder ein Berufskolleg zu finden, sind stets sehr gut."
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Bonner Rundschau – 04.03.2009
Von JANA CÜRTEN
BORNHEIM-MERTEN. Die Entscheidung über die Zukunft des „Mertener Modells" ist gefallen: „Der Ganztagsbetrieb wurde genehmigt, die Erweiterung um einen Realschulzweig hat die Bezirksregierung in Köln aber abgelehnt. Dieses Thema ist somit vom Tisch", sagt die Schulleiterin der Franziskusschule, Henriette Heitmann. [mehr lesen >>]
General Anzeiger Bonn - 04.10.2008
Von ROLAND KOHLS
BORNHEIM-MERTEN. Äußerlich sieht man kaum noch etwas von den Folgen des Krieges in Dubica. Doch die neun Schüler der Mertener Franziskusschule, die die Stadt in Bosnien-Herzegowina für eine Woche besuchten, stellten fest, dass im serbisch dominierten Teil Srpska, in dem die 35 OOO-Einwohner-Stadt liegt, in den Köpfen der Menschen der Krieg noch unvergessen ist. Trotzdem fanden die Mertener Jugendlichen schnell einen guten Draht zu den Schülern aus Dubica, mit denen sie im Mai bereits mehrere Tage in der Walberberger Jugendakademie verbrachten. „Wir hatten erwartet, dass die Jugendlichen sehr wenig Geld haben und deshalb ganz anders drauf sind", sagte der 15-jährige Axel Zadora. „Aber die Gäste trugen die gleichen Markenklamotten und hatten ähnliche Interessen wie die Bornheimer Schüler. Die Menschen sind schon ärmer als in Deutschland, aber auch viel gastfreundlicher", meint die 16-jährige Linda Henning. [mehr lesen >>]
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