bonner rundschau

Bonner Rundschau - Mai 2008

Expansionsstrategie für eine Teedynastie

„Romea und Julio" wurde ein Prunkstück des Schultheaters an Mertener Franziskusschule

Von MARGRET KLOSE

Theater Romea undJulio

BORNHEIM-MERTEN.
Diana (gespielt von Alina Wilden) liebt Viktor (Pascal Widdig). Doch beider Eltern, von altem englischen Adel und Teefabri­kanten, sind verfeindet. Sie lehnen eine Beziehung ihrer Kinder strikt ab. „Vergesse den Schönling!", warnte Dianas Mutter, Lady Twisting, worauf Diana konterte: „Soll ich einen Mann oder eine Firma heiraten?"

Lady Twisting hätte es viel lieber, wenn ihre Tochter den Teefabrikantensohn Earl Grey heiraten und so das elterliche Unternehmen noch größer und mächtiger machen würde. Das Dilemma ist vorprogrammiert, als die Patentante Madam Flipout (Sandra Thomas) ins Spiel kommt. Sie organsiert einen Kostümball, zu dem sie auch die beiden verfeindeten Familien - die Snowfields und die Twistings - und natürlich deren Kinder Diana und Viktor einlädt.

Sie will die Kinder zusammenbringen - also empfiehlt sie der Sandra, als Romea und dem Viktor, als Julio zum Kostümball zu kommen. Natürlich gab es ein Happy End,
bei dem sich nicht nur die ver­feindeten Familien versöhnten, sondern auch die Kinder zueinander finden.

Gut ein Jahr hat die Theatergruppe von Hildegard Duckheim die Komödie „Ro­mea und Julio" von Kurt Hutterli einstudiert. Mitgewirkt haben 22 Jugendliche der sieb­ten, achten und neunten Klas­sen. Acht Jugendliche über­nahmen die Gestaltung des Bühnenbilds, vier weitere wa­ren für die Kostüme und die Maske zuständig. Unterstützt wurde die Theatergruppe von Musiklehrer Quirin Härle, der sich hier um die Licht- und Tontechnik kümmerte.

Abschied von der aktiven Theaterarbeit

Theater Hildegard Duckheim

„Es war unser bisher größtes Stück", betonte Duckheim, die sich nach drei Jahren von der aktiven Theaterarbeit in der Franziskusschule verabschieden will. Die Theater­gruppe soll von jüngeren Kollegen weitergeführt werden. „Unterstützen werde ich die Gruppe aber auch in Zukunft", bestätigte sie. Das Abschlusstheater fanden alle Jugendlichen prima.

 „Die vergangenen Wochen über haben wir fast täglich ge­probt", sagt die 15-jährige Sandra Thomas. Die meiste Sorge hatte sie davor, den Text zu ver­gessen. „Ich fand es besonders schwer, laut und deutlich zu sprechen", meinte die gleichaltrige Christine Christian. Ständig habe sie sich das als Dienstmagd auf der Bühne bewusst machen müssen.

Toll fanden es die jungen Schauspieler, dass das Publikum die ganzen zwei Stunden lang sehr aufmerksam zuhörte. „Und wenn die Zuschauer dann applaudierten, das war überhaupt das allergrößte", schwärmte Nicolas Kautz. Im Stück spielte er Lord Twisting, eine der Hauptrollen. Fast ein Jahr habe er gebraucht, um den ganzen Text auswendig zu lernen, erinnert er sich. Einzig der Kuss in der Schlussszene wurde aus dem Drehbuch er­satzlos gestrichen. Stattdessen fielen sich Diana als Romea und Pascal als Julio zum Schluss vor den Augen ihrer Eltern in die Arme.
Donnerstag, 15. Mai, 10 Uhr, Aufführung in der Franziskus­schule für Senioren des Pauli-nenhofs und aus Merten.

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